Nach Flandern ins Mutterland des Kapitalismus (Frühjahr 2024)

Nach Flandern ins Mutterland des Kapitalismus (Frühjahr 2024)

Nach Flandern ins Mutterland des Kapitalismus (Frühjahr 2024)

# Kulturfahrten - Rückblicke

Nach Flandern ins Mutterland des Kapitalismus (Frühjahr 2024)

Sie liegt ein wenig zurückgesetzt an der Hauptstraße der zweitgrößten belgischen Stadt Antwerpen: Die älteste Börse der Welt aus dem Jahr 1414. Bereits zwei Tage zuvor hatten die Bad Vilbeler Besucherinnen und Besucher auch die Herkunft des Namens dieses Wertpapierhandelshauses kennengelernt: In Brügge hatte die Kaufmannfamilie Van ter Beurze bereits seit 1285 ihr Kontor und für sichere Handelsgeschäfte gingen Händler und Kunden zur Familie Beurze zur Bezeugung und Sicherung der Geschäfte!

© Klaus Neumeier

Für fünf Tage hatten sich 34 Interessenten mit vier Kleinbussen auf den Weg nach Flandern gemacht, um einen „für mich bisher weißen Fleck auf der Landkarte“ zu füllen, wie Stephan Halling es formulierte. Die alten Handelshäuser an den Straßen und Kanälen von Gent, Brügge und Antwerpen beeindruckten auf den jeweiligen ausführlichen Stadtführungen ebenso wie der Flair der Städte mit ihrem Leben in Straßencafés und auf Plätzen. 

Einen Schwerpunkt der Fahrt bildeten daneben die künstlerischen Highlights dieser Städte – auch sie Ausdruck des frühen Reichtums aufgrund des mittelalterlichen Tuchhandels. In Gent war es eine animierte 3D-Führung, die auf die Besichtigung des Genter Altars von Jan van Eyck vorbereitete. Wie Petra Zietzer empfanden es viele: „: Die 3D Führung der Kathedrale und insbesondere der Genter Altar mit der Originalversion des Lammes  haben mich sehr beeindruckt.“ Dieser mehrflügelige Altar mit dem Hauptbild aus der biblischen Offenbarung des Johannes „unterstreicht das Paradoxon, dass ein für uns so befremdliches Verständnis von Gottesgnadentum - welches den individuellen Reichtum und den wirtschaftlichen Erfolg als den persönlichen Weg des Heils feiert und als Auserwählung legitimiert - uns heute eines der größten Kunstwerke bewundern lässt“ – so Walter Baumann eingehend auf die tieferen Hintergründe des Kunstwerks zwischen geschenktem göttlichem Heil und erarbeitetem menschlichem Wohlstand. Ergänzt wurde der Genter Altar durch Bilder von Peter Paul Rubens in der Liebfrauenkathedrale von Antwerpen – sowie auch im dortigen Königlichen Kunstmuseum.

© Klaus Neumeier

Deutlich entspannter ging es auf Schiffsrundfahrten zu: Entlang eines Kanals von Damme in Richtung der beinahe als „Filmstadt“ (Simone Ries) museal anmutenden Stadt Brügge sowie durch die Kanäle von Gent – zum Glück verschoben auf einen Nachmittag und damit bei strahlendem Sonnenschein nach dem vorherigen Regen. Und auch in Blankenberge beim Kurzbesuch an der Nordsee konnten einige nicht umhin, die Füße direkt ins noch kalte Meerwasser zu halten! Hier hielt Werner Betz auch eine erste Andacht – mit herrlichem Blick auf die Wellen… Verbunden mit der zweiten von Reiseleiter Pfarrer Klaus Neumeier (Thema: Die Verbindung von Flanders Calvinismus und dem Kapitalismus) war der Dank an die Fahrer*innen der Kleinbusse und an Jan Brüggemann, der die Fahrt in seine frühere Heimat mit vorbereitet hatte. Gisela Ruhbach resümierte sehr treffend: „Die Highlights  waren für mich der Genter Altar und die wundervollen  Bilder von Rubens in Antwerpen. Obwohl  ich wenige Leute vorher kannte, habe ich mich sehr wohl und integriert gefühlt in der harmonischen Atmosphäre der Gruppe.“      

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© Klaus Neumeier

         

Lutz Rosenkranz 

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