17/08/2026 0 Kommentare
Kulturfahrt durch Südengland (Herbst 2023)
Kulturfahrt durch Südengland (Herbst 2023)
# Kulturfahrten - Rückblicke

Kulturfahrt durch Südengland (Herbst 2023)
Von Klippen bis Kathedralen: Neun Tage auf Kulturfahrt durch Südengland
„Ich hatte mir Südengland gar nicht so schön vorgestellt. Und so vielfältig: Klippen, Strand, Weiden und Schafe (wie bei Shaun, das Schaf!) und stimmungsvolle kleine Orte.“ Die Rückmeldung von Nicole Rölike beschreibt die Wahrnehmung wahrscheinliche aller, die Mitte Oktober mit dem Reisebus in Bad Vilbel nach England aufgebrochen waren. Die zweite Kulturfahrt der Christuskirchengemeinde in 2023 führte unter Leitung von Pfarrer Klaus Neumeier dieses Mal von Calais aus über den Ärmelkanal nach England.

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte das Vereinigte Königreich die Besucher vom Festland – aber der erwartete englische Regen kam in der zweiten Fahrthälfte auch noch: Sehr passend vor allem bei einer kleinen Wanderung im mystischen Dartmoor! Zunächst aber lagen die Klippen von Dover und am folgenden Tag bei Eastbourne im Sonnenlicht, das auch in Brighton zu einem Gang über die Uferpromenade und auf dem berühmten Pier einlud.

Mit Winchester und Salisbury ging es dann weiter zu den ersten gotischen Kathedralen. Helga Schäfer-Geywitz beeindruckte besonders die in Salisbury „mit den bis heute notwendigen Wasserstandsmessungen (wie verletzlich doch so eine gewaltige Kathedrale sein kann und keineswegs auf Felsen gebaut)…und dem genialen Taufbecken. Und die Verbindung zu den Säulen der Erde ist natürlich auch beeindruckend!“ Tatsächlich hatte Ken Follett für seinen Erfolgsroman die südenglische Kathedrale mit ihrem seltenen Vierungs-Spitzturm zum Vorbild genommen. Nicht fehlen durfte natürlich ein Besuch im nahen Stonehenge und damit ein Ausflug in die älteste Geschichte Britanniens.

Begleitet von der englischen Reiseleiterin Lyn ging es für die 25 Bad Vilbeler dann weiter in den englischen Südwesten. Gerade die rund ein Drittel neuen Fahrtteilnehmenden zeigten sich von der guten Gemeinschaft angetan, wie Bernhard Kogel resümierte: „es war beeindruckend, wie schnell im Lauf der Fahrt Gemeinschaft entstand.“ In Bath ging es gemeinsam in die gut erhaltenen römischen Thermen mit ihrem großartigen Blick auf die benachbarte Abteikirche.

Über Wells und das sagenumwobene Glastonbury (König Artus!) ging es nach Exeter, wo die Gruppe gleich dreimal am täglichen gesungenen Abendgebet „Evensong“ teilnehmen konnte, „die Evensongs haben uns am besten gefallen“ waren sich Frank und Svea Hildebrandt sicher. Tatsächlich ist das Erlebnis dieser alten Liturgieform mit viel Gesang umgeben von den mittelalterlichen Kathedralmauern eine besondere Erfahrung. Die Jungen und Mädchen der Kathedralschulen singen das tägliche Abendgebet überall in der Anglikanischen Kirche in der Form des 17. Jahrhunderts, wie es im „Book of Common Prayer“ überliefert ist. „Für uns Protestanten aus Deutschland ist das sehr ungewohnt, aber für Musikliebhaber definitiv eine großartige Sache und in Verbindung mit Spiritualität und Architektur ein echtes Erlebnis. Und so passend zu England, wo Tradition ja besonders gewürdigt wird“, so Klaus Neumeier, der den Reiseteilnehmenden diese Gottesdienstform nahebringen konnte.
Mit Exmouth stand ein weiteres Seebad auf dem Programm und im Schloss Powderham auch eines der berühmten englischen Herrenhäuser – aus dem Mittelalter stammend und bis heute in privatem Besitz. Auf der Heimfahrt gab es eine Zwischenübernachtung in Canterbury – natürlich mit Stadtrundgang und Besuch der berühmten Kathedrale, die zugleich Hauptkirche der Church of England ist. Detlef Broda fasste seine Eindrücke nach der Rückkehr so zusammen: „So vieles gefiel und gefällt mir an England-Reisen, doch bei vielen Eindrücken gilt es sich zu entscheiden: Tolle Kathedralen, Minster, Abbeys, Städte und Landschaften hin und her und ohne deren Wirkung zu schmälern, aber Evensong ist für mich immer ein ganz besonderes Highlight!“

Lutz Rosenkranz
Kommentare