Große Vielfalt im Elsass (Frühjahr 2023 )

Große Vielfalt im Elsass (Frühjahr 2023 )

Große Vielfalt im Elsass (Frühjahr 2023 )

# Kulturfahrten - Rückblicke

Große Vielfalt im Elsass (Frühjahr 2023 )

Große Vielfalt im Elsass: Kulturfahrt der Christuskirchengemeinde über Himmelfahrt

Es war früh am Morgen des Feiertags, als sich die Gruppe mit 30 nicht wirklich ausgeschlafenen, aber neugierigen Menschen auf den Weg ins Elsass begab. Nach den Schlössern der Loire und der Normandie stand erneut Frankreich auf dem Plan, aber jetzt ein Ausflug ins Nachbarland direkt hinter der deutschen Grenze: Die wechselseitige Geschichte von Straßburg und dem Elsass war daher immer wieder Thema bei den Rundgängen und Führungen der gemeinsamen vier Tage.

Den Anfang machten zwei Führungen in Straßburg: Durch die Stadt und dann noch einmal separat durchs Münster, das mit seinem einzelnen vollendeten Turm markant mitten in der Altstadt steht. An Stadtführer Franz werden sich nicht nur Andrea und Stefan Riegel erinnern: „Unser Highlight dieser Reise war der Stadtführer in Straßburg. Er hatte neben seinem geschichtlichen Wissen nicht nur überraschend gute theologische Kenntnisse, sondern konnte auch noch hervorragend singen!“ Wie immer gehörten kurze Andachten mit dazu, die an diesem Tag in der protestantischen Kirche St. Pierre le Jeune in deren Kreuzgang über den Reformator Martin Bucer ging.

© Klaus Neumeier

Für die drei Übernachtungen ging es weiter nach Colmar: Ein an diesen Tagen übervolles, aber außerordentlich sehenswertes Städtchen mit einer Altstadt, die diesen Namen wirklich verdient: Viele alte Häuser mit ihrer Geschichte wurden der Gruppe nähergebracht. Dann ging es ins Museum Unterlinden: „Mich hat der Isenheimer Alter am meisten beeindruckt. Ohne viel Erwartung und ohne Vorbereitung war ich unerwartet berührt, weil die Bilder in Ihrer Intensität viel mehr sind als "übliche" Altäre, die Menschen Geschichten erzählen ... Manche Szene konnte Zuversicht und Leere zugleich in mir wecken“ beschreibt Christopher Mallmann die ausführliche Besichtigung des Meisterwerks von Matthias Grünewald. Tatsächlich lohnt allein dieser vielflügelige Altar eine Fahrt ins Elsass. Für einen Teil der Gruppe ging es am späten Nachmittag noch mit Segways durch die idyllische Umgebung der Stadt – ein für die meisten erstes Erlebnis einer Rundfahrt auf diese Weise!

Am Samstag ging es mit dem Bus in Richtung Vogesen – wie auf zwei Reisen zuvor war die Gruppe mit Busfahrer Werner unterwegs. Ein kurzer Stopp im Laden der Marmeladen-Manufaktur von Christine Ferber und dann im Albert Schweitzer-Haus in Gunsbach, das für viele zum Highlight der Fahrt wurde. Gaby Meudt-Walter: ein Haus „in dem man die Vielseitigkeit seines Lebens vor Augen geführt bekam, besonders seinen Respekt vor dem Leben, weshalb er Medizin noch als 3. Studium abgeschlossen und das Krankenhaus in Lambarene aufgebaut hat.“ „Im Blick auf den Glauben war die Besichtigung des Albert Schweitzer Hauses ein besonderer Höhepunkt“ ergänzt Wolfgang Neumann und Helga Schäfer-Geywitz erinnert an das Lebensmotto von Albert Schweitzer, die „Ehrfurcht vor dem Leben“. 

Dann wurde es empfindlich kühl in den Höhen der Vogesen. Trotzdem gab es auf dem Col de da Schlucht eine Andacht über die deutsch-französische Versöhnung. Petra Zietzer: „Die beiden gemeinsamen Andachten im Freien waren für mich neu und haben mich sehr berührt.“ Auf der Hochvogesenstraße ging es nach Norden und dann wieder in die Ebene in die Weinberge zu einer Wanderung nach Riquewihr. Mitten in der Weinregion durfte eine Weinprobe natürlich nicht fehlen!

© Klaus Neumeier

Bevor es am Sonntag wieder nach Hause ging, besuchte die Gruppe die Hohkönigsburg, die Kaiser Wilhelm II als Symbol der damaligen deutschen Herrschaft über das Elsass wieder aufbauen ließ. Ein erneuter Stopp in Straßburg wurde genutzt für eine Schiffsrundfahrt vorbei an Petite France und bis zum Europaparlament, für das es keinen besseren Ort geben könnte als Straßburg an der Grenze zwischen den früheren „Erbfeinden“ Frankreich und Deutschland. Wie gut, dass sich manches in der Geschichte doch verändern kann, wenn mutige Menschen Wege der Versöhnung beschreiten.

Was bleibt ist die Erinnerung an eine sehr vielfältige Kurzfahrt, wie Wolfgang Leiendecker betont: „Es war ein gelungener Mix aus Führungen, Besichtigungen, Wanderung, Museen und sonstigen Eindrücken.“ 

Lutz Rosenkranz

Dies könnte Sie auch interessieren